Impressionen von der Demonstration gegen das “Eritrea-Festival”. Foto: Docter
GIESSEN – (fod). Etwa 120 Eritreer und Unterstützer demonstrierten am Samstag in Gießen lautstark gegen das drei Tage lang in den Hessenhallen stattfindende “Eritrea-Festival”. Während dort um die 2000 Landsleute aus ganz Deutschland feierten, beklagten die Demonstranten Verfolgung und Folter in dem afrikanischen Staat.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot vertreten, es blieb aber friedlich. Was auch daran lag, dass die Demo anders als in Vorjahren nicht zu den Hessenhallen führte, sondern vor dem Rathaus begann. Von da aus ging der Marsch bis zum US-Depot, allerdings nicht bis ganz zur Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE). Die Protestierenden und Redner machten deutlich, dass sie es für eine Provokation halten, dass das Festival ausgerechnet in Gießen stattfindet. Hätten doch alleine im Juni fast 600 eritreische Flüchtlinge in der HEAE Schutz vor dem Regime Eritreas gesucht, das nach Ansicht der Gegner hinter der Festival-Organisation steckt.
Kürzlich hatte die UN-Menschenrechtsorganisation die Regierung mit den Worten beschrieben: “In Eritrea herrscht nicht das Recht, sondern die Angst.” Wie eine in den Hessenhallen verteilte Infobroschüre zeigt, wird das auf der Gegenseite als “Diffamierungskampagne” gesehen. Auch der eritreische Außenminister stattete dem Festival am Samstagmittag einen Besuch ab. (Ausführlicher Bericht folgt)